Sie investieren Zeit und Geld in Ihre Firmenwebsite, doch potenzielle Kunden finden Sie bei Google nicht? Wenn die Google Search Console plötzlich Indexierungsfehler meldet, ist das kein Grund zur Panik – aber ein klares Signal zum Handeln. In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, welche Probleme am häufigsten auftreten und was Sie als Unternehmen konkret dagegen tun können.
Was bedeutet „Indexierung“ überhaupt?
Bevor Google Ihre Website in den Suchergebnissen anzeigen kann, muss der sogenannte Googlebot Ihre Seiten zunächst crawlen (besuchen) und dann indexieren (in seine Datenbank aufnehmen). Nur indexierte Seiten können bei einer Google-Suche erscheinen.
Die Google Search Console ist ein kostenloses Werkzeug von Google, das Ihnen genau zeigt, welche Seiten indexiert sind und welche nicht. Wenn hier Fehler auftauchen, sollten Sie diese ernst nehmen.
Die 5 häufigsten Indexierungsprobleme für KMU-Websites
1. Seite mit Weiterleitung (Redirect-Probleme)
Wenn Ihre Website sowohl über http:// als auch https:// erreichbar ist, oder über www. und ohne www., entstehen sogenannte Redirect-Ketten. Google erkennt zwar die Weiterleitung, kann aber verwirrt werden, wenn mehrere Weiterleitungen hintereinandergeschaltet sind.
Lösung: Stellen Sie sicher, dass:
- Alle HTTP-Anfragen direkt auf HTTPS umgeleitet werden (301-Redirect)
- Entweder nur
www.oder nur die nackte Domain verwendet wird - Die Redirect-Regeln in der richtigen Reihenfolge in der Server-Konfiguration stehen
- Keine alten, verwaisten Weiterleitungen existieren
2. Nicht gefunden (404-Fehler)
404-Fehler entstehen, wenn Google versucht, eine Seite aufzurufen, die nicht mehr existiert. Das passiert häufig bei:
- Gelöschten Blogbeiträgen oder Seiten
- Geänderten URL-Strukturen (z.B. nach einem Website-Relaunch)
- Falsch gesetzten internen Verlinkungen
- Alten Backlinks von anderen Websites
Lösung:
- Richten Sie 301-Weiterleitungen von alten URLs auf die neue passende Seite ein
- Überprüfen Sie regelmäßig Ihre internen Links auf Fehler
- Erstellen Sie eine benutzerfreundliche 404-Seite mit Suchfunktion und Navigation
- Nutzen Sie Tools wie Screaming Frog oder die Google Search Console, um Broken Links zu finden
3. Alternative Seite mit richtigem kanonischen Tag
Dieses Problem tritt auf, wenn mehrere URLs auf denselben Inhalt zeigen. Typische Ursachen:
- Seiten mit und ohne abschließendem Schrägstrich (
/seitevs./seite/) - Parameter-URLs (
/seite?ref=newsletter) - Doppelte Inhalte durch Tags, Kategorien oder Archivseiten
Lösung:
- Setzen Sie auf jeder Seite einen korrekten Canonical-Tag, der auf die bevorzugte URL verweist
- Stellen Sie sicher, dass Ihre Sitemap und Ihre Canonical-Tags übereinstimmen
- Blockieren Sie in der
robots.txtkeine Seiten, die gleichzeitig in der Sitemap stehen (Widerspruch!)
4. Seite wird durch robots.txt blockiert
Die robots.txt-Datei teilt Suchmaschinen mit, welche Bereiche Ihrer Website nicht gecrawlt werden sollen. Ein häufiger Fehler: Seiten werden blockiert, die eigentlich indexiert werden sollen, oder es gibt Widersprüche zwischen robots.txt und der Sitemap.
Lösung:
- Überprüfen Sie Ihre
robots.txtauf Widersprüche zur Sitemap - Blockieren Sie nur wirklich irrelevante Bereiche (z.B.
/wp-admin/,/wp-includes/) - Testen Sie Ihre robots.txt mit dem Google-Tool „robots.txt-Tester“
5. Thin Content und fehlende Inhalte
Seiten mit wenig oder keinem Inhalt werden von Google oft als „Soft 404“ eingestuft und nicht indexiert. Das betrifft häufig:
- Leere Kategorie-Seiten
- Tag-Archive mit nur einem Beitrag
- Autor-Seiten ohne sinnvollen Inhalt
- Leere Portfolio- oder Team-Seiten
Lösung:
- Füllen Sie alle indexierbaren Seiten mit relevantem, einzigartigem Inhalt
- Setzen Sie leere Archive auf „noindex“ oder blockieren Sie sie via robots.txt
- Schreiben Sie regelmäßig neue Blogartikel, um frischen Content zu liefern
Checkliste: SEO-Grundlagen für Ihre Unternehmenswebsite
Unabhängig von den akuten Indexierungsproblemen gibt es grundlegende SEO-Maßnahmen, die jede KMU-Website umsetzen sollte:
- SSL-Zertifikat (HTTPS) ist aktiv und alle Seiten werden darüber ausgeliefert
- Responsive Design – Ihre Website funktioniert einwandfrei auf Mobilgeräten
- Schnelle Ladezeiten – Bilder komprimiert, Caching aktiviert, GZIP-Komprimierung an
- Strukturierte Daten (Schema.org) für Ihr Unternehmen eingerichtet
- Meta-Titel und Meta-Beschreibungen auf jeder Seite individuell gesetzt
- Sitemap bei Google Search Console eingereicht
- Google My Business Profil aktuell und vollständig
- Interne Verlinkung zwischen relevanten Seiten und Blogbeiträgen
- Regelmäßiger Content – mindestens 1-2 Blogartikel pro Monat
Wann sollten Sie einen IT-Experten hinzuziehen?
Die genannten Probleme lassen sich oft mit technischem Know-how lösen. Wenn Sie jedoch:
- Viele 404-Fehler nach einem Website-Relaunch haben
- Die Google Search Console Warnungen nicht zuordnen können
- Ihre Website trotz aller Maßnahmen nicht in den Suchergebnissen erscheint
- Einen umfassenden SEO-Audit benötigen
…dann lohnt sich die Zusammenarbeit mit einem IT-Dienstleister, der sowohl die technische Infrastruktur als auch die SEO-Optimierung beherrscht.
Fazit
Indexierungsprobleme in der Google Search Console sind kein Weltuntergang, aber sie kosten Sie bares Geld in Form von entgangenen Kundenanfragen. Die gute Nachricht: Die meisten Probleme lassen sich mit den richtigen Maßnahmen schnell beheben. Wichtig ist, dass Sie regelmäßig Ihre Search Console überprüfen und proaktiv handeln, anstatt auf Google-Warnmeldungen zu warten.
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