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Windows schafft die Druckertreiber ab: Welche älteren Drucker bald nicht mehr funktionieren

Techniker arbeitet am PC

Die Schlagzeile klang Anfang Oktober dramatisch: „Windows macht alte Drucker mit Update unbrauchbar“, titelte Hardwareluxx am 5. Oktober 2026. Ganz so schnell geht es nicht, aber die Richtung stimmt. Microsoft zieht sich Schritt für Schritt aus der Welt der Herstellertreiber zurück, und bei älteren Druckern wird das zum Problem. Wir haben uns Microsofts eigene Dokumentation angesehen und fassen zusammen, was für Betriebe in Oberösterreich daraus folgt.

Was Microsoft bei den Druckertreibern umstellt

Bisher lief Drucken unter Windows fast immer über einen Treiber des Herstellers. HP, Canon, Brother, Epson und alle anderen lieferten für jedes Modell ein eigenes Softwarepaket, Windows reichte die Druckaufträge nur durch. Das hat jahrzehntelang funktioniert, war aber auch eine Dauerquelle für Sicherheitslücken und Supportfälle: Ein fehlerhafter Treiber läuft mit hohen Rechten im System, und nach manchem Windows-Update druckte plötzlich nichts mehr.

Microsoft setzt deshalb auf einen anderen Weg, den das Unternehmen heute Windows Ready Print nennt. Dabei spricht Windows den Drucker direkt über das standardisierte Internet Printing Protocol (IPP) an, mit einem Klassentreiber, der im Betriebssystem bereits enthalten ist. Gescannt wird über den Standard eSCL. Grundlage ist die Mopria-Zertifizierung, hinter der die großen Druckerhersteller stehen. Microsoft gibt an, dass die meisten neuen Drucker und über 120 Millionen bereits verkaufte Geräte zertifiziert sind. Hersteller können Sonderfunktionen wie Heften oder Fachauswahl über sogenannte Print Support Apps aus dem Microsoft Store nachliefern.

Der Zeitplan: 2026 und 2027

Den Fahrplan hat Microsoft im September 2023 angekündigt und im Mai 2025 angepasst. Er gilt für Windows 11 und Windows Server 2025:

  • Seit 15. Jänner 2026 veröffentlicht Microsoft keine neuen Druckertreiber mehr über Windows Update. Bestehende Treiber dürfen noch aktualisiert werden, aber nur nach Einzelfallprüfung.
  • Seit 1. Juli 2026 bevorzugt Windows bei der Einrichtung eines Druckers immer den eigenen IPP-Klassentreiber, auch wenn ein Herstellertreiber verfügbar wäre.
  • Ab 1. Juli 2027 sind für Herstellertreiber nur noch sicherheitsrelevante Updates erlaubt. Bereits veröffentlichte Treiber bleiben installierbar.

Wichtig für die Einordnung: Keiner dieser Schritte schaltet einen funktionierenden Drucker ab. Microsoft schreibt ausdrücklich, dass es keine Pläne gibt, Funktionen der alten Treiberplattform abzuschalten, und dass Sicherheitsfixes dafür weiterlaufen, solange die Windows-Version im Support ist. Wer heute einen zehn Jahre alten Laserdrucker über USB betreibt, druckt morgen noch. Die Frage ist, wie lange.

Wo es für alte Drucker eng wird: der Protected Print Mode

Der eigentliche Hebel heißt Windows Protected Print Mode. Er ist seit Windows 11 24H2 enthalten und schaltet die Rückfallebene ab: Im geschützten Modus erlaubt Windows ausschließlich Ready Print, Herstellertreiber werden blockiert. Microsoft beschreibt genau, was beim Einschalten passiert: Drucker, die mit einem Herstellertreiber eingerichtet sind, werden deinstalliert und der Treiber aus dem Treiberspeicher gelöscht. Mopria-fähige Geräte lassen sich danach mit dem Klassentreiber neu einrichten. Alle anderen nicht, solange der Modus aktiv ist. Auch der XPS-Druckertreiber, Windows-Fax und ältere virtuelle Drucker wie „OneNote (Desktop)“ fliegen dabei raus.

Derzeit ist der Modus optional und muss bewusst eingeschaltet werden, über die Druckereinstellungen, per Gruppenrichtlinie oder über Intune. Auf die Frage, ob er jemals Standard wird, antwortet Microsoft in den eigenen FAQ knapp: ja, zu einem späteren Zeitpunkt. Ein Datum nennt Microsoft nicht. Hersteller wie Lexmark gehen in ihren Hinweisen von 2027 aus, parallel zur letzten Stufe des Treiber-Fahrplans. Darauf verlassen würden wir uns nicht; sicher ist nur, dass der Modus kommt.

Dazu kommt ein schleichendes Problem, das keine Frist braucht. Ein Herstellertreiber, der ab Mitte 2027 nur noch Sicherheitsfixes bekommt, wird nicht mehr an neue Windows-Versionen angepasst. Mit jedem Funktionsupdate steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er stolpert. Bei Druckern, deren Treiberpflege der Hersteller ohnehin schon vor Jahren eingestellt hat, ist das heute schon so.

Welche Geräte betroffen sind

Gefährdet sind Drucker, die weder IPP im Netzwerk noch IPP over USB beherrschen und nicht Mopria-zertifiziert sind. In der Praxis sind das vor allem:

  • Ältere USB-Drucker, die für den Druck auf den Treiber am PC angewiesen sind. Viele günstige Laser- und Tintendrucker aus den 2010er-Jahren arbeiten so. Ohne Treiber können sie nichts.
  • Multifunktionsgeräte, die zwar drucken, deren Scanner aber nicht über eSCL erreichbar ist. Microsoft weist selbst darauf hin, dass im geschützten Modus manche Scanner nicht mehr verfügbar sind, obwohl das Gerät druckt. Bei USB-Geräten geht Scannen nur im IPP-over-USB-Modus.
  • Etikettendrucker, Bondrucker und ähnliche Spezialgeräte, etwa an der Kassa, im Lager oder im Versand. Die laufen meist mit eigenen Treibern und sind selten Mopria-zertifiziert. Hier lohnt eine Rückfrage beim Hersteller besonders.
  • Software, die den Druckweg umbaut: Druckmanagement-Lösungen, Spezialtreiber für die Warenwirtschaft, PDF-Druckertreiber von Drittanbietern. Im geschützten Modus werden Drittanbieter-Module geblockt.

Netzwerkdrucker und Multifunktionsgeräte der letzten Jahre sind dagegen meist unproblematisch. Die Mopria-Allianz gibt es seit 2013, und die großen Hersteller zertifizieren ihre Geräte seit Jahren. Ob ein konkretes Modell dabei ist, steht in der Liste auf mopria.org. Ein Haken bleibt: Zertifiziert heißt nicht automatisch, dass alle Funktionen wie Duplex, Fachwahl oder Heften über den Klassentreiber angeboten werden. Dafür braucht es die Print Support App des Herstellers, und die gibt es nicht für jedes Gerät.

Druckserver und Terminalserver

Wer Drucker über einen Windows-Druckserver freigibt, hat eine zusätzliche Baustelle. Microsoft schreibt, dass ein Client im geschützten Modus keine Server verwalten kann, auf denen der Modus nicht aktiv ist, weil diese Server mit alten Treibern und Protokollen arbeiten. Client und Server sollen laut Microsoft gemeinsam umgestellt werden. Für Betriebe mit Terminalserver oder Remote-Desktop-Umgebung heißt das: nicht einfach auf einem PC den Schalter umlegen, sondern die gesamte Druckkette anschauen. Als Ersatz für den klassischen Druckserver nennt Microsoft Universal Print, den eigenen Cloud-Druckdienst.

Was Sie jetzt tun sollten

Die gute Nachricht: Es gibt keinen Grund zur Panik, aber einen guten Grund, sich das Thema heuer noch anzusehen. Dort, wo wir Betriebe laufend betreuen, gehen wir so vor:

  1. Bestandsaufnahme. Welche Drucker, Multifunktionsgeräte und Spezialdrucker sind im Haus, wie sind sie angeschlossen, mit welchem Treiber laufen sie? Das klingt banal, aber in vielen Betrieben weiß niemand mehr, wie der Drucker im Lager eingerichtet wurde.
  2. Abgleich mit der Mopria-Liste und den Herstellerseiten. Canon, HP, Brother, Lexmark und andere haben eigene Hinweisseiten zu Windows Ready Print veröffentlicht. Dort steht, welche Modelle unterstützt werden und ob eine Print Support App existiert.
  3. Test auf einem Rechner. Den Protected Print Mode auf einem einzelnen PC einschalten, alle Drucker neu einrichten, Testseiten mit Duplex, Fachwahl und Scan durchspielen. Was dabei nicht auftaucht oder nicht geht, ist der Handlungsbedarf. Danach lässt sich der Modus wieder ausschalten, die alten Drucker müssen dann allerdings händisch neu eingerichtet werden.
  4. Ersatz planen statt erzwingen. Drucker, die durch den Test fallen, müssen nicht morgen weg. Aber beim nächsten Tonerkauf oder Defekt sollte ein Mopria-zertifiziertes Gerät mit Netzwerkanschluss kommen, kein weiteres USB-Gerät vom Wühltisch. Bei Etiketten- und Bondruckern lohnt die Rückfrage, ob der Hersteller einen Weg über IPP oder eine Print Support App anbietet.
  5. Druckserver und Terminalserver in die Planung aufnehmen. Hier ist der Umbau am aufwendigsten und sollte nicht unter Zeitdruck passieren.

Wer noch Windows 10 im Einsatz hat, hat ein anderes, dringenderes Problem: Für Windows 10 gilt der Treiber-Fahrplan nicht, aber der Support ist seit Oktober 2025 beendet. Was das bedeutet, steht in unserem Beitrag zum Support-Ende von Windows 10.

Warum das in betreuten Betrieben kein Drama wird

Die Umstellung ist typisch für die Art von Änderung, die niemanden trifft, der hinschaut, und jeden, der es nicht tut. Bei unseren Kunden in der IT-Komplettbetreuung kennen wir den Gerätebestand, sehen im Monitoring, welche Rechner welche Treiber geladen haben, und planen den Austausch alter Geräte in den normalen Ablauf ein. Dann ist der Protected Print Mode irgendwann ein Haken in der Gruppenrichtlinie und kein Montagmorgen, an dem die Kassa nicht druckt. Wenn Sie ein neues Gerät brauchen, kümmern wir uns um Auswahl und Einrichtung; beim Druckserver und der Netzwerkinfrastruktur schauen wir uns die ganze Kette an.

Quellen: Microsoft Learn, „End of Servicing Plan for Third-Party Printer Drivers on Windows“ (Stand Mai 2025), „Windows Ready Print and Windows Protected Print Mode“ und „Windows Protected Print Mode FAQ“ (Stand Juni 2026), „Windows Protected Print Mode for Enterprises“ (Stand September 2026); Hardwareluxx, „Windows macht alte Drucker mit Update unbrauchbar“, 5. Oktober 2026; Lexmark, Hinweisseite zu Windows Protected Print Mode. Stand dieses Beitrags: 10. Oktober 2026. Sobald Microsoft ein Datum für die Standardaktivierung des geschützten Modus nennt, ergänzen wir das hier.

Sie wissen nicht, welche Ihrer Drucker die Umstellung überstehen? Melden Sie sich, wir schauen uns den Bestand an und sagen Ihnen, was zu tun ist und was warten kann.

Häufige Fragen

Derzeit ja. Windows 11 installiert weiterhin Herstellertreiber, und bereits eingerichtete Drucker bleiben eingerichtet. Kritisch wird es, sobald der Windows Protected Print Mode aktiv ist: Dann werden Drucker mit Herstellertreiber entfernt und lassen sich nicht mehr einrichten. Microsoft will diesen Modus zu einem späteren Zeitpunkt zum Standard machen, hat aber noch kein Datum genannt.

Der Drucker sollte Mopria-zertifiziert sein, also IPP über Netzwerk oder USB beherrschen. Die Liste der zertifizierten Geräte steht auf mopria.org. In den Windows-Einstellungen unter Drucker und Scanner zeigt ein Schild-Symbol an, ob ein eingerichteter Drucker mit dem Protected Print Mode kompatibel ist. Wer sicher gehen will, testet den Modus auf einem einzelnen Rechner.

Windows Ready Print ist der neue Standardweg: Drucker werden über das Internet Printing Protocol mit dem Klassentreiber von Windows angesprochen, Herstellertreiber bleiben als Rückfallebene möglich. Der Protected Print Mode schaltet diese Rückfallebene ab und erlaubt nur noch Ready Print. Er ist derzeit optional und muss bewusst eingeschaltet werden.

Laut Microsoft dürfen Hersteller ab 1. Juli 2027 für Windows 11 und Windows Server 2025 nur noch sicherheitsrelevante Treiberupdates liefern. Bereits veröffentlichte Treiber bleiben installierbar, über Windows Update oder als Paket vom Hersteller. Neue Funktionen oder Anpassungen an neue Windows-Versionen gibt es für diese Treiber dann nicht mehr.

Ja. Im Netzwerk laufen Drucken über IPP und Scannen über eSCL oder WS-Scan. Bei USB-Geräten funktioniert das nur, wenn das Gerät IPP over USB beherrscht; gescannt wird dann ausschließlich über eSCL. Microsoft weist darauf hin, dass im Protected Print Mode manche Scanner nicht verfügbar sind, auch bei Geräten, die drucken können.

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