
Ein Mitarbeiter will sich von zuhause oder vom Laptop aus auf seinen Arbeitsplatz-PC im Büro verbinden, so wie jeden Tag. Statt des Desktops kommt eine Fehlermeldung: 0xC000000D, „Das an die Funktion übergebene Token ist ungültig“. Der Kollege mit Administratorrechten kommt ohne Probleme drauf. Microsoft hat den Fehler inzwischen bestätigt. Er hängt an einer neuen Sicherheitsfunktion und an den Updates seit Ende September.
Remote-Desktop-Fehler 0xC000000D: was Microsoft bestätigt
Microsoft führt das Problem seit 13. Oktober 2026 in der Liste der bekannten Probleme von Windows 11. Ausgelöst hat es das optionale Vorschau-Update KB5124010 vom 22. September 2026. Mit dem regulären Oktober-Update KB5127648 vom 13. Oktober kam es auf alle Rechner, die Updates normal bekommen. Betroffen sind Windows 11 in den Versionen 24H2, 25H2, 26H1 und 26H2. Windows Server nennt Microsoft nicht.
Das Problem tritt auf, wenn drei Dinge zusammenkommen:
- Der Rechner, auf den man sich verbindet, hat Windows 11 mit dem Update vom September oder später.
- Auf diesem Rechner ist der Administratorschutz (Administrator protection) eingeschaltet.
- Der Benutzer, der sich verbindet, hat keine Administratorrechte.
Laut Microsoft betrifft das vor allem verwaltete Firmenrechner, auf die per Remote Desktop zugegriffen wird. Bei einem Heim-PC mit Standardeinstellungen tritt der Fehler in der Regel nicht auf.
Was der Administratorschutz ist und warum er bei Ihnen eingeschaltet sein kann
Der Administratorschutz ist eine neuere Sicherheitsfunktion von Windows 11. Ein Administrator arbeitet damit im Alltag ohne Admin-Rechte. Braucht er sie, bestätigt er das jedes Mal mit Windows Hello, also Fingerabdruck, Gesicht oder PIN, und bekommt die Rechte nur für diesen einen Vorgang. Für die Sicherheit ist das gut: Schadsoftware, die sich im Konto eines Administrators einnistet, hat damit nicht automatisch alle Rechte.
Viele Betriebe haben die Funktion nie bewusst eingeschaltet und haben sie trotzdem. Microsoft weist darauf hin, dass die Sicherheitsbaselines für Windows 11 24H2, 25H2 und 26H2 den Administratorschutz standardmäßig einschalten. Wer diese Baselines über Gruppenrichtlinien oder Intune übernommen hat, was für eine ordentlich gehärtete Umgebung durchaus üblich ist, hat ihn also aktiv, ohne dass es jemandem aufgefallen ist.
Was jetzt hilft
Microsofts Abhilfe ist, den Administratorschutz auf den betroffenen Rechnern vorübergehend abzuschalten. Dazu setzt man in der Gruppenrichtlinie oder in Intune die Richtlinie „Benutzerkontensteuerung: Art des Administratorgenehmigungsmodus“ zurück. Danach funktionieren die Remote-Desktop-Verbindungen wieder. Eine Korrektur will Microsoft mit einem späteren Update liefern, einen Termin gibt es noch nicht.
Zwei Dinge raten wir dabei ausdrücklich ab. Erstens das Oktober-Update zu deinstallieren: Es schließt Sicherheitslücken, und der Rechner wäre damit wieder angreifbar. Zweitens die Einstellung direkt in der Registry auf einzelnen Rechnern zu ändern, wie es in manchen Foren empfohlen wird. Das funktioniert zwar, aber die nächste Gruppenrichtlinie überschreibt es wieder, und niemand weiß später, welche Rechner anders eingestellt sind. Die Änderung gehört in die Richtlinie, mit einem Vermerk, dass sie wieder rückgängig gemacht wird, sobald Microsoft das Problem behebt.
Wer nur auf einzelne Rechner zugreifen muss, kann den Administratorschutz auch nur für diese Rechner abschalten, etwa über eine eigene Gruppe in der Richtlinie. Auf allen anderen bleibt der Schutz an.
Warum Updates in Stufen helfen
Das Problem kam mit einem optionalen Vorschau-Update. Wer solche Vorschau-Updates nur auf Testrechnern installiert und die regulären Updates in Stufen verteilt, merkt so etwas, bevor es alle Mitarbeiter trifft. So machen wir das bei unseren Kunden, wie im Beitrag zu Microsofts Drei-Tage-Empfehlung für Windows-Updates beschrieben. Über die DATACREW Fernwartung sehen wir außerdem, welches Update auf welchem Rechner installiert ist. Kommt eine Fehlermeldung wie diese, ist schnell klar, welche Rechner betroffen sind.
Wenn sich Mitarbeiter in Ihrem Betrieb seit Kurzem nicht mehr per Remote Desktop verbinden können, schauen wir uns das an. Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns. Für Kunden in der IT-Komplettbetreuung gehört das ohnehin zur laufenden Betreuung.
Quellen
- Microsoft Learn, Windows Release Health: „Windows 11, version 25H2 known issues and notifications“, Eintrag „Remote Desktop connections might fail for non-admin users with error 0xC000000D“, Stand 19. Oktober 2026
- Borns IT- und Windows-Blog, Günter Born: „Windows 11 24H2–26H2: Updates verursachen Remote-Desktop-Probleme“, 15. Oktober 2026
- Microsoft Tech Community: „Administrator protection on Windows 11“